Steuerliche Immobilienbewertung

Thema:

Für alle Schenkungen und Erbschaften gelten die Regelungen, die sich aus dem „Gesetz zur Reform des Erbschaftsteuer- und Bewertungsrechts“ ergeben. Mit den Erbschaftsteuer-Richtlinien kommentiert die Finanzverwaltung die steuerlichen Bewertungsregelungen. Darüber hinaus ist zwischenzeitlich das Steuerliche Sachwertverfahren an die Sachwertrichtlinie angepasst und von der Finanzverwaltung in gleich lautenden Ländererlassen kommentiert worden. Damit sind tendenziell ganz erhebliche Wertsteigerungen bei Grundstücken und betrieblichen Vermögen verbunden und Überbewertungen von Immobilien durch die Finanzverwaltung nicht ausgeschlossen. Der Gesetzgeber hilft dem Steuerzahler mit einer sog. „Escape-Klausel“. Mit dieser gesetzlichen Escape-Klausel reduziert der Steuerzahler die Steuer auf den zutreffenden Betrag.

Voraussetzung für die Escape-Klausel ist grundsätzlich die Vorlage eines Sachverständigengutachtens für die Immobilie.

Für Sachverständige ergibt sich somit die Notwendigkeit, sich mit den aktuellen Bewertungsvorschriften des Bewertungsgesetzes vertraut zu machen, um die steuerlichen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Nachweis des niedrigeren gemeinen Werts zu kennen. Nur der sichere Umgang mit den Schnittstellen zwischen der Verkehrswertermittlung nach der ImmoWertV und der Bewertung nach dem Bewertungsgesetz ermöglichen einen souveränen Umgang mit den Vor-gaben des Steuerrechts.

Das Seminar stellt die Steuerliche Bewertung aktuell mit den Folgen in der Praxis dar. Dabei wird auch der steuerliche Zusammenhang dargestellt, wie sich das Sachverständigengutachten auswirkt. So lässt sich erkennen und entscheiden, wann die Zusammenarbeit des Sachverständigen mit dem Steuerberater unverzichtbar ist. Ausgewählte Einzelheiten runden das Seminar ab.

Inhalte:

Ausgangslage

  • Allgemeine Grundzüge und Bedeutung der steuerlichen Bewertung
  • Umfang der Maßgeblichkeit des Bewertungsgesetzes
  • Aktuelle Freibeträge und Steuersätze

Bewertungsvorschriften

  • Überbewertungen machen mehr Sachverständigen-Gutachten erforderlich
  • Regelungen des Bewertungsgesetzes zur Bewertung des Grundbesitzes
  • Erhöhung der Regelherstellungskosten seit 2016
  • Vergleichswertverfahren, Bedeutung eines einzelnen Kaufpreises
  • Wertminderung wegen Alters, Restwertregelung, Anwendung der Vervielfältigertabellen Ertragswertverfahren, Liegenschaftszinssätze, Bodenwertverzinsung, Betriebskosten, des Bewertungsgesetzes
  • Sachwertverfahren, Normalherstellungskosten, Regelherstellungskosten, Baunebenkosten, fiktive Baujahre, Gebäudeklassen und Bauarttypen, Anwendung der Tabellen des Bewertungsgesetzes
  • Exkurs: Sonderbewertungen
  • Nachweis des niedrigeren gemeinen Werts
    • Öffnungsklausel
    • Bedeutung eines tatsächlich erzielten Kaufpreises
    • Besonderheiten
    • Erfassung und Berücksichtigung von Nießbrauchsrechten und Belastungen

Zielgruppe:

Sachverständige für Grundstücksbewertung: Architekten, Ingenieure, Immobilienberater, Immobiliengutachter der Banken und des Kreditgewerbes, Fach- und Führungskräfte der Immobilienwirtschaft und der Versicherungen, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Assetmanager.

In der Seminargebühr sind zudem folgende Leistungen enthalten: Ausführliche und aktuelle Tagungsunterlagen, Begrüßungskaffee, Tagungsgetränke, zwei Kaffeepausen und Mittagessen.